Patrick Groß belegt den 2. Platz im Kochwettbewerb

patrickgrossPatrick Groß, Auszubildender zum Koch im 2. Lehrjahr im Hotel Bielefelder Hof, hat beim Kochwettbewerb "Westfälisch Genießen" den hervorragenden 2. Platz belegt. Seine Neuinterpretation des Gerichts Himmel und Erde mit gebratenem Zanderfilet und sein Dessert Neue Herrencreme konnten die Jury überzeugen und sicherten Patrick Groß einen Platz in der Spitzengruppe. Herzlichen Glückwunsch!

Zum Artikel der Neuen Westfälischen vom 27.10.2016

Westfälische Rezepte neu interpretiert

Kochwettbewerb: Zehn Auszubildende haben ihre Lieblingsgerichte auf die Teller gezaubert. Geschmack, Optik und handwerkliches Geschick wurden bewertet. Unter den Juroren waren auch drei Leser unserer Zeitung

Gütersloh. Das Geräusch von Zwiebeln, die gehackt werden, Braten, der in der Pfanne brutzelt, und der Duft verschiedenster Speisen, die sich im Raum ausbreiten. Neben den Herdplatten laufen geschäftige Koch-Auszubildende von A nach B. Hektisches Treiben in den beiden Küchen des Miele-Forums in
Gütersloh. Beim Kochwettbewerb „Westfälisch Genießen“, kochen zehn Auszubildende um die Wette. Die oberen zwei Siegertreppchen belegen am Ende
Nachwuchsköche aus OWL: Der Wettbewerb sei für sie „eine gute Prüfungsvorbereitung“ gewesen, weil die Teilnehmer die Küchen vorher nicht kannten und nicht alles am gewohnten Platz war wie sonst, sagt Gewinnerin Christine Fröhlich vom „Westfalen Hof“ in Rahden. Am Kochberuf gefalle ihr die Kreativität
und die Verantwortung, die sie übernehmen dürfe. „Mir macht es Spaß, Gerichte, die man kennt, neu zu interpretieren“, sagt Patrick Groß vom Hotel Bielefelder Hof in Bielefeld, der sich bei dem Wettbewerb, der vom Verein „Westfälisch Genießen“ veranstaltet wird, den zweiten Platz sichern konnte. Ihr Handwerk lernen alle zehn Finalisten in Restaurants und Hotels, die das Gütesiegel des Vereins „Westfälisch Genießen“ tragen. Dem Verein gehören 29 gastronomische
Betriebe aus ganz Westfalen an. Zwar hat der Wettbewerb Ähnlichkeiten mit der Abschlussprüfung, die den Azubis noch bevorsteht. Die Idee ist jedoch,
dass die Nachwuchsköche ein Rezept für ihr westfälisches Lieblingsgericht eingereicht haben. „Wir suchen ein Lieblingsgericht, das stimmig und lecker ist“, sagt Meisterkoch Bernhard Kampmann vom „SchlichteHof“in Bielefeld und Jury-Vorsitzender des Kochwettbewerbs. Weil die Teilnehmer ihre Kochrezepte selbst
schreiben müssen, ist Kreativität gefragt. „Durch innovative Rezepte bringen sie die verstaubte westfälische Küche auf Vordermann“, sagt Kampmann. Voraussetzung sei, dass die Zutaten aus der Region kommen. Gute Organisation ist ebenfalls Bestandteil des Wettbewerbs: Die Azubis hätten die
Zutaten zudem fachgerecht nach den Hygienevorschriften verpacken und selbstständig zum Wettbewerb bringen müssen, erklärt Kampmann. Jeder Koch und jede Köchin muss ein Hauptgericht und ein Dessert auf den Teller bringen. Die zehnköpfige Jury bewertet jeweils die optische Anrichtung und den Geschmack
der Speisen mit Punkten von 1 bis 10. Damit die Jury eine neutrale Bewertung abgeben kann, erscheinen die Köche nicht namentlich auf der Liste, sondern anonymisiert mit einer Nummer. Neben der Fachjury, bestehend aus Profiköchen und Förderern des Vereins „Westfälisch genießen“, machen die drei Sieger eines Gewinnspiels dieser Zeitung die Jury komplett. Alle drei zeigen sich als passionierte Hobbyköche. Grünkohl, Mettwurst und alles, was dazu gehört – das sind die regionalen Favoriten von Leserin Marlies Bermpohl aus Gütersloh. „Ich bin Westfälin von Haus aus und bin mit der westfälischen Küche groß geworden“,
sagt die 76-Jährige. „Unsere Familie mag es gerne deftig.“ Selbst gemachter Kastenpickert ist einer der kulinarischen Spezialitäten von Leserin und Jurymitglied Heidemarie Rabe aus Steinhagen. Für ihr Hobby zeigt sie ein großes Engagement, auch außerhalb der heimischen Küche: „Ich leite fast seit 20 Jahren Kochkurse der Volkshochschule Gütersloh und Halle“, sagt die 59-Jährige. In ihren Kursen habe sie bereits viele westfälische Rezepte angeboten. Leser Lutz Hageböck (69) war viele Jahre selbst in der Lebensmittelbranche tätig und hat Produkte für die Gastronomie verkauft. Bei ihm daheim kocht er selbst aus der heimischen Küche gerne „Grünkohl, einen schönen Braten und Wildgerichte“. Bei Kochwettbewerben habe er bereits öfter in der Jury gesessen. „Es ist schwierig, Nachwuchs für die Gastronomie zu finden“, sagt Friedrich Wilhelm Krüger, Geschäftsführer des Vereins „Westfälisch Genießen“. Wer in der Berufsfindungsphase sei, könne durch den Wettbewerb auf die Ausbildung aufmerksam werden. Der Kochberuf habe viele Facetten. Die Branche brauche Nachwuchs, der die handwerklichen Fähigkeiten erlernt habe. Marlies Bermpohl schwärmt: „Die jungen Leute, die den Beruf ergreifen, machen das auch mit Herzblut.“

Die Gewinner aus OWL
1. Platz: Christine Fröhlich, Westfalen-Hof in Rahden (3. Lehrjahr). Hauptgericht: Hirschrücken an Hagebuttensauce, Wirsing-Farmpilzpraline und Kürbis-Kartoffelpüree. Dessert: Walnussgrießtörtchen an Birnenragout und Honigeis.
2. Platz: Patrick Groß, Hotel Bielefelder Hof in Bielefeld (2. Lehrjahr). Hauptgericht: Gebratenes Zanderfilet auf Himmel und Erde. Dessert: Neue Herrencreme.

Autorin: Nora Pfützenreuter, Fotos: Patrick Menzel - Neue Westfälische Ausgabe BI-West vom 27.10.2016